Umbau zum Reihenfamilienhaus, Münzrain in Bern

1998

 ehemalige Bundesgärtnerei  •  Umbau zu Familienhaus mit vier Reihenhäusern  • baubiologisch mit Selbstbau

Der Herd im Esstisch

Unter diesem Gesichtspunkt haben wir die ehemalige Bundeshausgärtnerei am Münzrain umgebaut.

Wer durch die Haustür der vier Wohnungen eintritt, befindet sich unmittelbar im familiären Geschehen, in einem grossen rechteckigen Raum, der Küche, Ess- und Wohnzimmer zugleich ist. Bei der Familie ist der Gaskochherd sogar in den Esstisch integriert. Ich habe jetzt keine Küche mehr, sondern koche in der Stube», teilt ihre neue Wohnsituation den erstaunten Bekannten mit.

Auch bei den anderen drei Wohnungen ist die Küche dermassen dominant, kein Wandoder- Schrankelement trennt Herdplatten oder Kühlschrank vom Wohn- und Essbereich.

Die Mutter zweier Kinder, sagt: «Die Küche ist das Lebenszentrum in jedem Haushalt, und da Kinder immer gerne in der Küche sind, macht es Sinn, wenn Küche und Wohnraum eins sind.» In den beiden oberen Stockwerken ist hingegen die Einteilung der Räume gänzlich verschieden ausgefallen, ganz nach den individuellen Wünschen der Eltern und Kinder sind einzelne Räume grösser, andere kleiner.


Individuell

Die Teilung zwischen individuellem Wohnbereich und gemeinsamem Lebensraum, wie man den Küchen-Wohnraum nennen kann, hat Prinzip: «Im Zentrum der Hausbesitzer stand die Idee, im Hause individuell leben zu können. Anderseits war es uns .ebenfalls wichtig, dazu angehalten zu sein, gewisse Räume zu teilen», umreisst unsere Bauherrin die neue Wohnphilosophie.

So kommt es, dass sich die Kinder des Hauses einmal bei der einen, dann wieder bei der anderen Familie an den Mittagstisch setzen und die Familien Wochenende gemeinsam gestalten. Die Umgebung rund ums Haus wird gemeinsam genutzt.

Und als Architekt zu den entsprechenden architektonischen Prinzipien:

«Der Grundriss wird heute bewusst transparent gestaltet, weil Wohnen, Essen und Kochen übergreifende Beschäftigungen werden“.


Bewusste Farbakzente

Bewusst werden Farben als gestalterisches Element eingesetzt.

Wir sprechen in diesem Zusammenhang von einer «Sinnlichen Erlebnisarchitektur», die neben Farbakzenten auch funktionale Elemente nicht versteckt, sondern betont: zum Beispiel eine Lüftungsleitung oder eine Stütze, die nicht eingekleidet werden.



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